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Parteienforscher: Röttgen hätte Merz zum Spitzenkandidaten machen sollen

Berlin - Nach Einschätzung des Parteienforschers Gerd Langguth hätte die nordrhein-westfälische CDU mit einem Spitzenkandidaten Friedrich Merz bessere Siegchancen gegen die SPD-Kandidatin Hannelore Kraft bei der anstehenden Landtagswahl als mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen. "Das große Manko von Röttgen ist, dass er sich offensichtlich eine Rückfahrkarte ins Berliner Umweltministerium offen halten will. Unter diesen Umständen ist es für ihn kaum möglich, Frau Kraft zu beerben", sagte der Professor an der Universität Bonn "Handelsblatt-Online".
"Es wäre besser gewesen, er hätte Friedrich Merz gleich die Aufgabe eines Spitzenkandidaten übertragen." Merz habe "ein starkes politisches Selbstbewusstsein, mit dem ein normales Landes-Ministeramt nicht verträglich wäre, vermutlich auch nicht das eines Superministers", fügte Langguth hinzu. Dessen ungeachtet hält der Parteienforscher Merz für einen wichtigen Wahlkampfhelfer für Röttgen, weil er starke Bindekräfte in die Wirtschaft entwickle. "Insofern ist die Berufung von Merz, der in der Bevölkerung über ein hohes Ansehen verfügt, ein kluger Schachzug", sagte Langguth. Andererseits werde diese Entscheidung Röttgen kaum dem Amt des Ministerpräsidenten näher bringen, da die alles entscheidende Frage sei, ob er notfalls auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehe. Wenn sich Röttgen aber nur "halbherzig" für Düsseldorf entscheide, werde man ihm das als Bruch eines Versprechens im Zusammenhang mit seiner Kandidatur zum CDU-Landesvorsitz vorhalten. Überdies begehe Röttgen dann denselben Fehler wie einst die Grünen-Politikerin Renate Künast bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Künast habe sich ebenfalls eine "Rückfahrkarte in die Bundespolitik gesichert, was allgemein als Grund für das magere Abschneiden der Grünen in Berlin analysiert wurde", sagte Langguth. Die Wähler goutieren eben nur, wenn ein Spitzenkandidat volles Risiko gehe.

(c) dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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