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Kreativer Abschluss der ersten pottfiction-Werkstatt in Bochum

    12. Oktober 2009
Zum Abschluss der ersten pottfiction-Werkstatt in Bochum riefen am Sonntag, 11. Oktober 2009 80 Jugendliche der sieben beteiligten pottfiction-Theater ihre Wünsche für eine bessere Welt der Liebe auf dem Theatervorplatz des Schauspielhauses in die Stadt hinein. Sie hatten diese Thesen zuvor schweigend durch das Zentrum von Bochum getragen. Die Werkstatt dieses Kulturhauptstadtprojektes stand am vergangenen Wochenende ganz unter dem Motto "Liebe & Sexualität" - das pottfiction-Thema des Jungen Schauspielhauses Bochum.

Die Jugendlichen trafen sich zum ersten Mal nach dem Eröffnungscamp von pottfiction im August, um gemeinschaftlich Utopien für eine bessere Welt der Liebe und Sexualität zu entwickeln. Ohne Liebe geht es nicht, aber wie geht es mit der Liebe? In dem interaktiven Visionen-Theater-Experiment nach dem Vorbild der Moskauer Inszenierung "demokratie.doc" wurden die Jugendlichen selbst zu Akteuren. In einer Mischung aus Inszenierung und Improvisationstheater führten die Theaterpädagogen Sandra Anklam und Cord Striemer die Jugendlichen an ihre eigenen Vorstellungen von einer perfekten Liebe heran. In kleinen Foren konnten sie mit Liebesexperten - vom alten Ehepaar bis zum Priester - lebhaft und engagiert diskutieren. Neben der Arbeit am Thema wurde gefeiert und die Jugendlichen hatten die Möglichkeit sich durch Speedmeets weiter auszutauschen und näher zu kommen."

Die beiden Tage waren nach dem Camp wieder sehr aufregend. Es hatte etwas unglaublich Produktives. Wir Bochumer wollten von den anderen wissen, was sie zu dem Thema 'Liebe & Sexualität' zu sagen haben. Wir wollten nur Anregung geben, was auch super gut im Visionen- Theater-Experiment geklappt hat. Jeder hat Erfahrungen mit dem Thema, aber Vieles bleibt häufig unausgesprochen. Das war hier nicht so. Ich hoffe, dass wir Bochum mit unseren ausgerufenen Thesen ein wenig verstört haben. Vielleicht nimmt jeder so etwas mit, mutig auch im Alltag seine Meinung zu vertreten," sagte Julian Müller (19) aus Bochum.

Bochum gibt nun den "pottfiction-Koffer" - den symbolischen Staffelstab des Kulturhauptstadtprojektes - an das Helios Theater Hamm weiter, das die nächste pottfiction-Werkstatt im Januar 2010 zum Thema "Meine Heimat, deine Heimat" ausrichtet. Dabei werden sie dem Zusammenleben im Großen und Kleinen auf der Spur sein. Seit dem Eröffnungscamp befinden sich die beteiligten sieben Kinder- und Jugendtheater in der wöchentlichen Projektarbeit, wobei sich jedes Theater einem anderen inhaltlichen Schwerpunkt widmet. Es geht um Arbeit, um Bildung, Liebe, Wohnen und Glauben - was kann man tun für mehr Chancen, Gerechtigkeit und Freiheit? Von Theaterinszenierungen bis hin zu kleinen Individualprojekten ist zwischen Oberhausen und Hamm (fast) alles möglich! Tanz, Performances, Interventionen im öffentlichen Raum, Schreibwerkstätten und Filmprojekte entstehen. Interessierte Jugendliche können sich noch bei einigen Theatern anmelden. Mit einem Abschlusscamp in Herne wird im Sommer 2010 das Netzwerkprojekt zu Ende gehen.


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