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Arbeitslos in Hartz IV - Ich hab zwar keine Ahnung, aber eine Meinung

Arbeitslos in Hartz IV - Ich hab zwar keine Ahnung, aber eine Meinung

    30. Dezember 2011

Schon wieder so eine Radiomeldung und kurz darauf ihre Dementierung. Und ich merk, wie mir die Galle hochkommt. Da schreibt doch tatsächlich irgendwo in Deutschland eine Zeitung was von "aus der Arbeitslosigkeit gleich nach Hartz IV", und schon wird uns von politischer Seite etwas ganz anderes vergegaukelt. Von wegen, die armen Arbeitslosen, die kaum, dass sie nicht weiterbeschäftigt werden von der Sozialhilfe leben müssen. Die Hartz-IV-Empfänger können in diesen Tagen trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise schneller vermittelt werden, und somit sinken die Arbeitlosenzahlen weiterhin,selbst im Winterhalbjahr.

Das ich nicht lache! Was unterscheidet denn einen 400,-€-Jober von einem Hartz-IV-Empfänger? Nur, dass er keine Bildungspakete für seine Kinder aushandeln kann und für die paar steuerfreien Kröten auch noch in einem Billigladen den Kapitalistenchefs zu Willen sein muss. Keine soziale Absicherung, keinen Betriebsrat, keine Tarifverhandlungen. Billigware Arbeitskraft!

Aber nein, da war doch letztens was. Mindestlöhne - noch immer getrennt nach Ost und West, aber riesengroß in der Presse, damit es so aussieht als würde unsere Arbeitsministerin einen Superjob machen. Tut sie vielleicht auch, zumindest schafft sie Arbeitsplätze, denn während sie sich um die drastische Hartz-IV-Erhöhung von 10,- € ab 2012 eingesetzt hat - die wahrscheinlich mit einer Kürzung beim Wohngeld verrechnet wird - braucht sie ja jemanden, der bei ihr Zuhause auf Haus und Kinder aufpasst. Die angestellte/n Person/en verdient bestimmt mehr als den Mindestlohn. Andernfalls würde garantiert bald ein Oppositionspolitiker darüber stolpern und ein Gerücht über Vorteilsnahme im Amt in Umlauf bringen. Und schon wär´s aus mit dem gut bezahlten Ministerposten. Kennt man doch aus Funk und Fernseh! Daily-Soap aus dem Morast der skrupellosen, ehrenwerten Politiker, Manager und anderen Führungshäuptern.

Aber was stimmt denn nun? Weniger Arbeitslose oder schneller an die Armutsgrenze? Wahrscheinlich beides. Man braucht ja nur in die Anzeigen der größeren und kleineren Zeitungen zu gucken. Außer Zeitarbeitsfirmen und Minijobs wird doch kaum noch was angeboten. Aber hat sich eine Alleinerziehende auf einen 400,- €-Job für 20 Stunden die Woche beworben - was ich für Ausbeute halte, denn das macht einen Stundenlohn von... ich rechne mal eben ... 5,- € - also weit unter dem Mindestlohn von angestrebten 7,50 € im Westen, ist sie ihn auch schon wieder los.

Warum??? Für so´nen Job muss die Mama ein bis mehrerer Kinder flexibel in den Arbeitszeiten sein, was eine Ganztagsbetreuung für die Kinder erfordert, was ... Ja, den Gedanken kann man sich gut und gerne mal weiter ausspinnen und dann zurück zur Frage kommen, warum die arbeitende Bevölkerung dann doch wieder bei Hartz IV landet.

Und bei der Leiharbeit ist das doch nicht anders, oder? Erst ein Arbeitsangebot für 3 Monate in der Saison und danach nix mehr. Da das Gehalt als Leiharbeiter nicht so bombastisch war - die Leihfirma will ja auch was davon haben -, würde das Arbeitslosengeld ja auch geringer ausfallen. Aber keine Sorge, darüber braucht sich betroffene Person keine Gedanken machen, denn nach 3 Monaten steht ihm oder ihr ja gar kein Arbeitslosengeld zu. Ätsch, dumm gelaufen! Wir haben zwar die Arbeitslosenzahlen geschönt, aber der betroffenen Person geht´s um keinen Deut besser. Allenfalls zweifelt sie am System, aber bitte nicht kritisieren - immerhin kommt der Staat - also der Steuerzahler für Sie und ihren Lebensunterhalt auf!

Obwohl, - tut der Steuerzahler das nicht auch für die Politiker? Und deren Mindestlohn liegt geringfügig höher als Hartz IV. Außerdem bekommt der Politiker, wenn er im Job Mist gebaut hat oder sein Amt umbesetzt wird garantiert einen anderen gut dotierten Posten in der EU oder in der Wirtschaft oder Tantiemen für seine Biografie.

Wenn ich mir das so recht überlege, sollte ich mich vielleicht lieber statt mit meiner Ahnungslosigkeit mit meiner Lebensgeschichte ans Volk wenden, nur interessiert die wohlmöglich keinen Menschen. Und am Ende lande ich trotz all meines Einsatzes und viel Arbeit bei Hatz IV. Falls jemand also jemanden kennt, der sich noch einen Schreiberling ausleihen will... Über Mindestlohn versteht sich! ... Ich schreibe auch Ihre verspäteten Weihnachtsgrüße!

In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten gehabt zu haben und ein gesundes, glückliches, gutes,neues Jahr!

SiZe


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